Ist Erwachen möglich?

Ist Erwachen möglich?

Was denkst du, ist Erwachen möglich? Oder gibt es so etwas wie Erwachen vielleicht gar nicht? Ist es eine Möhre, die den Suchern vor die Nase gehalten wird und der sie dann ihr ganzes Leben lang hinterherlaufen, ohne jemals irgendwo anzukommen?

Und was ist Erwachen überhaupt? Ist es ein wundervoller, gedankenloser Zustand, der ewig anhält? Würdest du gern für immer in so einem Zustand sein?

Kennst du persönlich Menschen, die erwacht sind? Glaubst du, dass du selbst noch in diesem Leben auf dem buddhistischen Weg erwachen kannst?

Oder bist du schon zu lange auf dem Weg und erwartest es inzwischen nicht mehr? Vielleicht hoffst du darauf, nach einer guten Vorbereitung in diesem Leben in einem deiner nächsten Leben zu erwachen?

Oder vertraust du darauf, dass der Buddha gesagt hat, jemand, der auf den Stromeintritt zugeht, ein anusari, wird nicht sterben ohne den Stromeintritt erreicht zu haben? Wenigstens den Stromeintritt, das wäre ja schon mal etwas.

 

Das Versprechen des Buddha

Der Buddha hat immer wieder betont, er lehre nur eines und zwar das Ende des Leidens. Das Ende des Leidens heißt Erwachen. Und er hat deutlich gesagt, dass es nicht schwer ist zu erwachen.

 

Willkommen sei mir ein einsichtiger Mensch,
offen, ehrlich, von gerader Natur.
Ich unterweise ihn in der rechten Lebensführung,
ich zeige ihm die Wirklichkeit.

Wenn er sich nach der Unterweisung einübt,
dann wird er bald selber erfahren, selber sehen,
dass er von der Binde befreit wird,
und zwar von der Binde des Wahns.
(Buddha Gotamo, M 80)

 

Das sind klare Worte. Der Buddha sagt es deutlich, Erwachen ist möglich und zwar in diesem Leben.

Manche Menschen argumentieren, ja, früher war das möglich, heute sind die Menschen nicht mehr so wie früher, sie können es nicht mehr so leicht sehen. Ist das wirklich wahr?

 

Was, wenn Erwachen möglich wäre, noch in diesem Leben, würdest du erwachen wollen?

Stelle dir vor, du könntest noch in diesem Leben erwachen. Wirklich erwachen. Der Tag wird kommen, an dem du glasklar weißt: “Das war’s. Dafür bin ich diesen Weg gegangen. Mehr gibt es nicht zu sehen, was getan werden musste, ist getan. Das Ziel ist erreicht, es gibt kein weiteres Werden.”

Was empfindest du, welche Gedanken gehen dir durch den Kopf? Würdest du wirklich erwachen wollen?

Und dann stelle dir vor, dass du in drei Monaten den ersten wichtigen Schritt machen könntest, du könntest die ersten drei Fesseln durchschauen und unwiderruflich in den Strom zum Erwachen eintreten. Würdest du diesen Schritt gehen?

 

So ging es mir, als mir klar wurde, dass ich tatsächlich erwachen könnte

Mir wurde zum ersten Mal klar, dass Erwachen möglich sein könnte, als ich auf die Webseite Liberation Unleashed gestoßen bin. Das Forum von Liberation Unleashed hat sich auf Dialoge zum Stromeintritt spezialisiert. Ich las einige Dialoge und an einem Punkt geschah offensichtlich ein tiefer Wandel in den Suchern.

Sie berichteten, dass alles ganz anders wirke, trotzdem gleich sei, das Leben sich viel leichter anfühle. Und dann konnte ich dem Dialog nicht mehr folgen, ich verstand einfach nicht, wovon die Rede war. Die Dialoge hatten nun die Schönheit eines Zen-Gedichtes.

Als ich begriff, dass diese Dialoge tatsächlich erfolgreich sein können und ich einen wichtigen Schritt in Richtung Erwachen machen könnte, habe ich erstmal innegehalten.

Meine Suche war wundervoll gewesen, ich habe bei einem japanischen Zenmeister in Sesshins gesessen, in Indien meditiert während die Affen durch die Bäume tobten und die Papageien riefen. Und – ich konnte immer ziemlich sicher sein, dass nichts geschieht, was mich wirklich grundlegend verändern würde. Ja, ich wurde ruhiger, hatte auch einige tiefe Einblicke in das Wesen der Dinge, aber sie gingen vorbei und dann war wieder alles wie vorher. Die Grundüberzeugungen meines Lebens waren nie in Frage gestellt worden.

Und das wurden sie nun. Nicht mehr empfinden, dass ich denke, ich entscheide – wollte ich das wirklich? Was würde das heißen? Würde ich dann überhaupt noch funktionieren können? Und was würde es für Auswirkungen auf meine Partnerschaft haben?

Würde ich noch lieben können? Würde ich noch gern musizieren? Oder würde ich alles verlieren, was mir lieb war?

Vielleicht würde ich den Zustand gar nicht mögen? Und dann? Ich konnte ja nicht mehr zu dem alten Zustand zurückkehren.

Vierzig Jahre hatte ich erwachen wollen. Und jetzt lag die Möglichkeit vor mir und ich zögerte. Am Ende sagte ich mir, ich habe mein Leben wegen meiner spirituellen Suche viermal von vorn begonnen, wenn ein hoffnungsvoll erscheinender Weg sich als Sackgasse erwiesen hatte. Irgendwie würde ich auch diesmal mit dem fertig werden, was auf mich zukam.

Ich wagte den Schritt und bin heute unendlich froh darüber.

 

Die Lehre lebt, Erwachen ist immer noch möglich

Vor dir sind schon viele Menschen diesen Weg gegangen. Auf Liberation Unleashed sind in den letzten 6 Jahren über 2000 Menschen in den Strom des Erwachens eingetreten und mit unserem kleinen Team für die Untersuchung der 10 Fesseln haben wir in den letzten 2 1/2 Jahren 17 Menschen zu dem Punkt begleitet, an dem sie in der eigenen Erfahrung erlebten:

“Das war’s, der Weg ist vollendet. Mehr gibt es nicht zu sehen, was getan werden musste, ist getan. Das Ziel ist erreicht, es gibt kein weiteres Werden.”

Und viele weitere sind auf dem Weg dorthin.

Wie geht es dir bei dem Gedanken, dass Erwachen noch in diesem Leben tatsächlich möglich ist und du selbst erwachen könntest?

Bist du schon auf dem Weg? Hast du gezögert, bevor du damit angefangen hast? Und was würdest du jemandem sagen, der Bedenken hat?

Lass uns in den Kommentaren an deinen Überlegungen und Gefühlen teilhaben.

 

Möchtest du erwachen?

Du besitzt bereits alles, was du zum Erwachen brauchst, der Schlüssel ist bereits in deiner Tasche. Kürzlich habe ich einen Kurs gehalten, in dem du lernst wie du den Schlüssel anwendest.

Du findest den Kurs in meiner Facebookgruppe “In diesem Leben erwachen”. Werde Mitglied und probiere den Schlüssel aus.

Und wenn du Freunde hast, die auch erwachen möchten, teile diesen Artikel mit ihnen.

Bild: Courtesy Pixabay

8 Gedanken zu „Ist Erwachen möglich?

  1. Liebe Christiane Michelberger,

    das Thema ob Erwachen noch in diesem Leben möglich ist und ob man es dann auch wirklich möchte, hat mich zum nachdenken angeregt und ich habe angefangen die ersten Übungen in deinem Kurs zu machen. Wenn ich mich nun selbst frage, will ich wirklich erwachen, höre ich ein freudiges Ja in mir aufsteigen. Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Eckhart Tolles Lehren und auch mit dem Buddhismus. Beides gibt mir inneren Frieden und hilft mir mein Leben immer wieder “in die richtige Spur” zu lenken. So ist der Weg des Erwachens und der Weg das Leben in Achtsamkeit zu leben, für mich eine innere Notwendigkeit um einen authentischen und liebevollen Kontakt zu mir und meinen Mitmenschen leben zu können. Der Weg aus dem Leid führt für mich ganz klar in die Richtung des Erwachens. Anders kann ich es nicht ausdrücken und ich hoffe es ist klar was ich damit meine.Ob ich das Erwachen in diesem Leben erreiche? Ich denke, kurze Einblicke werden mir immer wieder gewährt und ich bin nun 44 Jahre alt und, ja ich denke in diesem Leben ist es möglich zu Erwachen.Auch wenn ich mich immer noch am Anfang meiner Reise fühle.
    Vielen Dank für deinen Blog.
    Martina

  2. Liebe Martina,

    herzlichen Dank, dass du deine Überlegungen mit uns teilst!

    Ich finde es wundervoll, dass du optimistisch bist, was das Erwachen angeht. Eckhart Tolle wurde ja vom Erwachen überrascht, das geschieht allerdings den wenigsten Menschen.

    Im Prinzip ist es nicht schwer zu erwachen, was du in dem Kurs machst, würdest du mit anderen Themen fortführen. Z.B. würdest du einfach direkt nachschauen, ob es das Ich überhaupt gibt. Oder Wunsch und Widerwillen und die Trennung von Subjekt und Objekt und noch einige andere Annahmen, die wir nicht hinterfragen.

    Du bist auf einem guten Weg!

    Liebe Grüße, Christiane

  3. Liebe Christiane,

    vielen Dank für deine Nachricht. Mir sind dazu noch einige Gedanken durch den Kopf gegangen. Du schreibst hier, das man, wenn man nicht stabil ist, nicht an diesem Themen arbeiten sollte? Wie ist das dann konkret zu verstehen? Als jemand, die sich oft ihrer eigenen Ich-Grenzen unsicher ist und oft kein wirklich klares Ich-Gefühl besitze, sehe ich Chancen als auch Risiken in der Beschäftigung mit den Themen, die du oben nennst. Zum fühlt es sich für mich leicht an, nachzuschauen ob es ein Ich wirklich gibt und die Trennung, bzw. Auflösung des Ichs zu beobachten, dem nachzuspüren.Zum anderen, ist da ein Gefühl von Panik, wenn ich dies tue. Vielleicht weil mein Verstand so voll ist mit den erlernten Verstandesmustern. Eckhart Tolle sagt ja z. B. das man aus seiner Krankheit keine Identität machen soll. Das kann ich Verstandesmäßig nachvollziehen und er berichtet ja auch davon selbst depressiv gewesen zu sein. Nur: Wo fängt es an sich mit verschiedenen Gegebenheiten der Krankheit zu “arrangieren (Thema “Selbstfürsorge) und wann ist es angebracht die Grenzen des Egos zu überschreiten? Denkst du es ist möglich für jemanden mit einer chronischen psychischen Erkrankung auf diesem Weg, wie du ihn hier beschreibst und gingst, zu erwachen? Ich denke schon, nur vielleicht etwas vorsichtiger und langsamer. ich würde mich über eine Nachricht von dir freuen und hoffe es ist okay hier diese Fragen zu stellen.

  4. Liebe Martina,
    ich danke dir für deinen Mut, deine Fragen hier offen auszusprechen. Ganz sicher fragen sich das viele, die diesen Weg gehen wollen.

    Deine Frage ist, ob man mit einer chronischen psychischen Erkrankung diesen Weg gehen kann. Ja, es ist möglich und ich begleite auch Menschen mit einer chronischen psychischen Krankheit.

    Ich würde die Grenze dort ziehen, wo jemand nicht mehr in der Lage ist, sein Alltagsleben zu bewältigen und vielleicht sogar gar nicht mehr leben mag. Auch für Menschen, die zur Stimmungsregulierung selbstverordnete Substanzen einnehmen, ist dieser Weg nicht geeignet. Psychopharmaka wie z.B. Antidepressiva sind prinzipiell keine Hinderungsgrund, wenn weiterhin eine psychiatrische Betreuung erfolgt und der behandelnde Arzt vorher gefragt wird.

    Alle Menschen, die diesen Weg gegangen sind, waren am Ende stabiler und ausgeglichener als vorher, auch wenn sie schon langjährige psychische Probleme hatten.
    Trotzdem muss ich diese Warnung aussprechen, denn es gab auch schon kranke Menschen, die ohne Begleitung die Ich-Illusion durchschaut haben und denen es für kurze Zeit den Boden unter den Füßen weggezogen hat.

    Wenn du diesen Weg gehen und von mir begleitet werden möchtest, würde ich mich gern vorher mit dir in einem Video-Gespräch treffen und dich kennenlernen. Dort können wir dann alles weitere besprechen.

    Herzliche Grüße, Christiane

  5. Liebe Christiane,

    vielen herzlichen Dank für deine Antwort, die mich bestärkt auf diesem Weg weiterzugehen und vielen Dank für dein Angebot der Begleitung, das ich gerne annehmen würde, aber da ich es mir finanziell nicht leisten kann, leider ablehnen muss. Daher auch die etwas verspätete Antwort,da ich mit mir gehadert habe dies hier offen zu sagen. aber so ist es nunmal ;)

    Herzliche Grüße und danke für deinen Blog, Martina

  6. Liebe Martina,

    Geld soll nie ein Hinderungsgrund sein, in meinen Kursen gibt es immer die Möglichkeit für Ermäßigungen oder volle Stipendien und ich kann dir auch Menschen nennen, die dich kostenlos begleiten würden. Wenn du gern weitermachen würdest, schlage ich vor, du schreibst mir mal eine email (auf meiner Seite “Kontakt” und dann können wir gemeinsam eine Lösung finden. Okay?

    Liebe Grüße, Christiane

  7. Liebe Susan,
    meine Antwort hat etwas länger gebraucht, ich habe einen neuen Spenden-Button in der rechten Seitenleiste eingefügt.

    Liebe Grüße,
    Christiane

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*