Bahiya Sutta

Im Gehörten nur das Gehörte

„Im Gehörten nur das das Gehörte“ (Bahiya-Sutta) – mit dieser Methode untersuchen wir die Illusion des Selbst. Heute heißt es es „Direct Pointing“ (direktes Hinzeigen). Der Buddha zeigte Bahiya damit den direkten Weg zum Aufwachen.

 

Im Gehörten nur das Gehörte

„So sollst du dich üben, Bahiyer.

Gesehenes gelte dir nur als Gesehenes, Gehörtes nur als Gehörtes, sinnlich Erfahrenes nur als sinnlich Erfahrenes, Erkanntes nur als Erkanntes.

Wenn dir Gesehenes nur als Gesehenes, Gehörtes nur als Gehörtes gelten wird, sinnlich Erfahrenes nur als sinnlich Erfahrenes, Erkanntes, nur als Erkanntes,

dann bist ‚du‘ nicht ‚dort‘, Bahiyer, dann ist ‚das‘ nicht ‚deine‘ Sache, dann Bahiyer,bist ‚du‘ weder ‚hier‘ noch ‚jenseits‘ noch ‚dazwischen‘:

dann bist ‚du‘ nicht davon erregt, bist ‚du‘ nicht darin verstrickt, dann Bahiya, bist ‚du‘ weder ‚hier‘, noch ‚jenseits‘, noch ‚dazwischen‘.

Das eben ist das Ende des Leidens.“ 

(Bahiyer-Sutta, Udana 1. 10, Übersetzung Fritz Schäfer)

 

Was heißt, “ Im Gehörten nur das Gehörte“?

Mit Worten ist es nicht zu erklären, denn es muss erlebt werden.

„Im Gehörten nur das Gehörte“ heißt, dass es darum geht die reinen Sinnesempfindungen wahrzunehmen. Wie sie heißen, was wir in dieser Hinsicht schon erlebt haben, ob wir es mögen oder nicht mögen – das alles sind Gedanken, die die reine Sinneswahrnehmung verschleiern.

Und wenn wirklich das Gehörte nur gehört wird, nicht interpretiert, dann ist auch klar, dass es niemanden gibt, der hier, jenseits, dazwischen oder irgendwo sein könnte. Es gibt niemanden, der diese Erfahrung erfährt. Es gibt niemanden, der sich darin verstricken könnte. Es gibt nur Hören.

Ich habe ein Video für dich gemacht, dass dich zu dieser Erfahrung führt.

Was hast du erlebt? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar.

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16 Gedanken zu „Im Gehörten nur das Gehörte

  1. Verleugne nie die Sinnesobjekte, die Sinnesobjekte nie verachten, denn sie sind tatsächlich das Erwachen zur Wirklichkeit.
    Shinjinnmei. Aber, soweit ich weiß, nur in meiner Übertragung.

  2. Lieber Helmut,

    herzlichen Dank für deinen Kommentar :-).

    Die Sinnesobjekte sind in der Tat das Tor zum Erwachen.

    Liebe Grüße,
    Christiane

  3. Sie sind das Erwachen selber, das torlose Tor. Jeder Koan ist erlöst wenn nur die Sinnesobjekte nicht verachtet werden. Darum ist jeder Koan ein Zeugnis des Erwachen zur Wirklichkeit und nichts anderes.

  4. Ich bin das hören.. allerdings etwas speziell.. nach schwerem reitunfall (kopfverletzung) tinnitus und hör-(und reizüberempfibdlichkeit) aussen und innen verschwimmt bei mir immer.

  5. Herzlichen Dank für deinen Kommentar :-). Dein Reitunfall hört sich nicht gut an. Ich hoffe, es geht dir erträglich.

    Du bist das hören – ist das ganz korrekt? Oder ist da einfach hören und die Gedanken sagen hinterher „Ich bin das Hören?“
    Innen und außen sind ebenfalls gedankliche Konstruktionen, Vorstellungen. Offensichtlich kann dein Gehirn nach dem Unfall das nicht mehr so gut und innen und außen verschwimmen. Es gibt in Wirklichkeit auch keine Grenze zwischen innen und außen.

    Liebe Grüße und alles Gute,
    Christiane

  6. Liebe Christiane,
    ich habe gerade das Video gehört 🙂 und natürlich auch gesehen;-) !
    Es war ein Plätschern zu hören,aber nur,wenn der Verstand sich eingeklinkt hat.Ohne Verstand wußte ich nicht mal ,was ich höre (schon komisch)!
    Das Gehörte kam von außen und ging irgendwie ohne Übergang nach innen.
    Es war so,als wäre was da,was Hören annimmt!?
    Schon interessant,sagt der Verstand;-)
    Warte schon gespannt, auf die Übersetzung vom Video,die zehn Fesseln lösen!

  7. Liebe Sein,

    herzlichen Dank, dass du über deine Erfahrungen berichtest :-). Es stimmt, ohne Namen kann ein Geräusch nicht identifiziert werden, es ist einfach im Gehörten das Gehörte. Es gibt auch keine Grenze zwischen innen und außen. Es ist eine spannende Sache, Sinneswahrnehmungen von ihren Interpretationen zu befreien.

    Schau einmal nach, als ob du nach deinem Schlüssel suchst – ist etwas da, was Hören annimmt?

    Wir arbeiten an der Untertitelung des Videos, es ist ein etwas mühseliges Geschäft, aber wir haben schon einiges geschafft.

    Liebe Grüße, Christiane

  8. Vielen Dank für die schnelle Antwort!
    Es ist so was wie Anwesenheit,oder Zulassen ohne Genehmigung?!
    Einfach hören,so sein lassen?!

  9. Es ist einfach nur Anwesenheit und da kommt manchmal das Gefühl,oder vielleicht auch nur ein Gedanke,etwas Zulassen oder Ablehnen zu können?!
    Aber wenn ich jetzt weiter drüber nachdenke,ist das auch ein Gedanke:-))
    Es kommen dann immer mehr Gedanken,was ich denn machen soll!
    LG Sein

  10. Du machst das super!

    Ja, es sind alles Gedanken.

    Schau mal nach. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Gibt es einen Denker der Gedanken?

    Liebe Grüße, Christiane

  11. Sie tauchen einfach auf und woher sie kommen weiß ich nicht!
    Oft erscheinen sie auch als Reaktion,oder als Resonanz auf Ausgesprochenes vom “Gegenüber“.
    Einen Denker scheint es nicht zu geben,weil ich vieles ja nicht denken möchte und ich scheine keine Wahl zu haben,was da so auftaucht!
    Sie kreisen mal länger und mal kürzer,je nachdem,was für ein Gefühl gerade entsteht.
    Je mehr ich möchte dass sie gehen,um so länger bleiben sie !
    Wohin sie gehen,weiß ich auch nicht!
    Danke,für die interessanten Fragen:-),sie regen gerade schon wieder die Gedanken ganz
    schön an 😉
    Alles Liebe, sein
    Muß gerade ziemlich lachen,denn ich habe “sein“ klein geschrieben,scheinbar ist bemerkt worden,dass ich nicht das Sein bin!!!
    Nur,was hat es bemerkt?
    Alles wohl nur wirre Gedanken,oder?

  12. Nein, das sind keine wirren Gedanken, sein.

    Bist du bereit, die Ich-Illusion zu durchschauen? Soll ich weiterfragen?

    Liebe Grüße,
    Christiane

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